Studieninfo zum Fach Lernbereich III, Natur- und Gesellschaftswissenschaften (Sachunterricht)

Abschluss: Bachelor für das Lehramt an Grundschulen

Stand: 16.11.2011


Inhalt
  1. Portrait des Fachs
  2. Anforderungen an Studieninteressierte
  3. Berufs- und Tätigkeitsfelder
  4. Struktur und Aufbau des Studiums
  5. Hinweise zur Studien- und Prüfungsordnung
  6. Literaturhinweise



1. Portrait des Fachs


1.1 Geschichte und Methoden


In der bisherigen Vorbereitung auf das Fach Sachunterricht an Grundschulen konnten Studierende zwischen einem Studium des Lernbereichs Gesellschaftswissenschaften und einem Studium des Lernbereichs Naturwissenschaften wählen. Die überwiegende Zahl der Studierenden wählte den Studiengang Lernbereich Gesellschaftswissenschaften, wodurch ein großer Teil der Studierenden zum Unterrichten des naturwissenschaftlichen und technischen Bereichs im Sachunterricht nicht hinreichend befähigt war. Insgesamt wurde in beiden Studiengängen auf die Qualifizierung für den jeweils anderen Bereich verzichtet. Der in NRW neu eingerichtete Studiengang hat zum Ziel, für das Schulfach Sachunterricht in seiner gesamten Breite zu qualifizieren. Deshalb ist für alle Studierenden ein Studium in allen der fünf Perspektivbereiche verpflichtend. Damit wird den KMK-Vorgaben entsprochen.



1.2 Lehr- und Forschungsschwerpunkte


Der Lernbereich Natur- und Gesellschaftswissenschaften kann nur im Rahmen des Lehramts für Grundschulen studiert werden. Er qualifiziert für das Schulfach Sachunterricht an Grundschulen und ist als konsekutiver Bachelor- (B.A., 6 Semester) und konsekutiver Masterstudiengang (M.Ed., 4 Semester einschl. Praxissemester) aufgebaut.

Der Lernbereich orientiert sich an den Rahmenvorgaben der KMK, die für das Studium des Faches Sachunterricht sowohl ein Studium in den Perspektiven des Sachunterrichts (Geschichte, Geographie, Naturwissenschaften, Sozialwissenschaften und Technik) sowie ein Studium in der Didaktik des Sachunterrichts als verbindlich vorgeben. Weiterhin werden die Empfehlungen für die Ausgestaltung der universitären Grundschullehrerausbildung in Nordrhein-Westfalen, erarbeitet von Expertinnen und Experten aus den Universitäten des Landes NRW (Paderborn, September 2009 – siehe gesonderte Anlage) berücksichtigt. Diese Empfehlung wurde sowohl hinsichtlich der vorgeschlagenen Struktur wie auch hinsichtlich des vorgeschlagenen Umfangs der Studienbereiche umgesetzt. Mit der Berücksichtigung dieser Empfehlungen im Land NRW sollen vergleichbare Studiengänge zum Lernbereich Natur- und Gesellschaftswissenschaften an den Universitäten in NRW erreicht und ein Wechsel zwischen den Universitäten des Landes ermöglicht werden. Aus den Vorgaben der KMK- Empfehlungen und den Empfehlungen für NRW (Paderborn, 2009) wurden (1) die Berücksichtigung fachlicher Basiskonzepte in den fünf Perspektivbereichen des Sachunterrichts, (2) die Einführung in fachwissenschaftliche Methoden der beteiligten Lernbereiche Natur- und Gesellschaftswissenschaften, (3) fachdidaktische Studien zur Didaktik des Sachunterrichts sowie (4) Veranstaltungen in allen fünf Perspektiven (die sogenannten Lernfelder) umgesetzt. Letztere zeichnen sich durch die thematisch exemplarische Erarbeitung einer Verknüpfung fachwissenschaftlicher und fachdidaktischer Inhalte aus.



1.3 Studiensituation in Münster


Ein besonderes Profilmerkmal des Studiengangs ist die Interdisziplinarität des Studienganges, die sich aus der Notwendigkeit der Berücksichtigung der fünf fachlichen Perspektiven Geschichte, Geographie, Naturwissenschaften (mit Biologie, Chemie und Physik), Sozialwissenschaften und Technik ergibt. Diese Interdisziplinarität erfordert die Koordination von Lehrangeboten aus sechs verschiedenen Fachbereichen (Biologie, Chemie und Pharmazie, Erziehungswissenschaften und Sozialwissenschaften, Geschichte/Philosophie, Geowissenschaften, Physik) an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Um eine lediglich additive Struktur zu vermeiden, wird der Studiengang zentral durch das Seminar für Didaktik des Sachunterrichts verantwortet, wobei Lehrangebote aus den sechs aufgelisteten Fachbereichen integriert werden. Auch der von der Kultusministerkonferenz als verpflichtend vorgegebene Studienbereich Didaktik des Sachunterrichts wird vom Seminar für Didaktik des Sachunterrichts verantwortet. Trotz der Vielzahl der beteiligten Fächer ist damit gewährleistet, dass das Lehrangebot aufeinander bezogen und lehramtsspezifisch wie auch stufenbezogen (Grundschule) ausgerichtet ist.

Weitere Profilmerkmale des Bachelor- und Masterstudienganges sind der durchgehende Forschungs- und Praxisbezug der Lehrangebote, der durch die intensive Forschungstätigkeit im Seminar für Didaktik des Sachunterrichts, durch forschungsbezogene Lehrveranstaltungen, durch forschendes Lernen der Studierenden im Rahmen der Veranstaltungen und durch empirische Qualifizierungsarbeiten der Studierenden sowie durch eine vom ersten Semester an stattfindende Beteiligung von kooperierenden Praxislehrkräften an Lehrveranstaltungen und Praktika realisiert wird.




2. Anforderungen an Studieninteressierte


Es bestehen keine spezifischen Zulassungsvoraussetzungen für den Teilstudiengang Lernbereich Natur- und Gesellschaftswissenschaften. Es gelten die in der Rahmenprüfungsordnung festgelegten allgemeinen Zugangsvoraussetzungen.




3. Berufs- und Tätigkeitsfelder


Das Berufsfeld der Absolventen ist der Sachunterricht in der Grundschule. Da der Studiengang grundschulspezifisch ausgerichtet ist, ist ein Einsatz in anderen Schulformen nicht vorgesehen. Neben dem Berufsfeld Sachunterricht der Grundschule können Bachelor- und Masterabsolventen aber auch in der außerschulischen Bildung, insbesondere in der Jugend- und Erwachsenenbildung sowie im Verlagswesen, weitere Betätigungsfelder finden.

Die Anforderungen an den Studiengang aus der Schulpraxis werden seit 1994 durch regelmäßige Gesprächsrunden (Runder Tisch am Seminar für Didaktik des Sachunterrichts unter Beteiligung von Personen aus der 2. Ausbildungsphase, Schulaufsichtsbeamten, Schulleitern, Lehrpersonen), durch die konstante Zusammenarbeit mit teilabgeordneten Lehrkräften im Projekt "Integration von Theorie und Praxis" (seit 1994) sowie durch Absolventenrückmeldungen eruiert. Die KMK-Vorgaben sowie neue Forschungsergebnisse zum Professionswissen von Lehrkräften werden ebenfalls berücksichtigt. Das entwickelte Curriculum für den Bachelor- und Masterstudiengang orientiert sich an den erforderlichen Qualifikationen der künftigen Lehrpersonen für den Sachunterricht an Grundschulen. Die künftigen Lehrpersonen sollen dazu qualifiziert werden, einen innovativen, den Bildungsansprüchen folgenden Sachunterricht unter Berücksichtigung neuerer Ergebnisse der Lehr- Lernforschung zu gestalten.




4. Struktur und Aufbau des Studiums


4.1 Modulstrukturen


Zu Beginn des Bachelorstudiums soll in einer Vorlesung die fachliche Vielperspektivität als Besonderheit des Sachunterrichts erarbeitet werden und dabei in die Erkenntnis- und Arbeitsmethoden der am Sachunterricht beteiligten Disziplinen eingeführt werden. Die Vorlesung soll teilweise als Ringvorlesung organisiert werden – die Federführung liegt im Seminar für Didaktik des Sachunterrichts – und einen Rahmen für die folgenden Einführungen in den einzelnen Fächern bieten. Modul 1 ist mit den beiden anderen Veranstaltungen aus dem Bereich Geographie und Chemie darüber hinaus so zugeschnitten, dass Studierende zu Beginn des Studiums bereits auch inhaltliche Einblicke in die beiden Lernbereiche Natur- und Gesellschaftswissenschaften erhalten. In enger Verzahnung mit den fachwissenschaftlichen Einführungen wird zudem von beiden beteiligten Fächern im Folgesemester ein Lernfeld zu jeweils einem der beiden Lernbereiche angeboten, so dass der Bezug zum Sachunterricht bereits zu Beginn des Studiums hergestellt wird. Modul 2 greift den Schwerpunkt Geschichte und Sozialwissenschaften auf und vermittelt hierzu fachliche und methodische Grundlagen. Den Bezug zum Sachunterricht stellt das Fach Geschichte bereits im dritten Semester her; das Lernfeld Sozialwissenschaften folgt aus organisatorischen Gründen im Masterstudium, wo es sehr gut mit didaktischen Studien verknüpft werden kann. In Modul 4 erfolgt die fachliche und methodische Grundlegung in den naturwissenschaftlichen Disziplinen Biologie, Technik und Physik. Da chemische Grundlagen von dem Fach Biologie als Voraussetzung benötigt werden, wurden chemische Arbeitsweisen und Konzepte zuvor bereits in Modul 1 vermittelt. Die gesonderte Vermittlung der Grundlagen in den einzelnen Naturwissenschaften (Chemie, Physik, Biologie) resultiert aus dem Befund, dass Sachunterrichtsstudierende allenfalls im Bereich Biologie Vorkenntnisse aus der Schule mitbringen, in den übrigen naturwissenschaftlichen Disziplinen dagegen kaum Vorwissen vorausgesetzt werden kann. Der thematische Bezug des Sachunterrichts zu Physik und Technik wird in enger Verbindung mit didaktischen Seminaren in Modul 5 erarbeitet.



4.2 Studienbegleitende Prüfungen


Neben den prüfungsrelevanten Leistungen werden von den Studierenden auch nicht prüfungsrelevante Studienleistungen verlangt. Nicht prüfungsrelevante Studienleistungen (in der Prüfungsordnung als Studienleistungen bezeichnet) sind solche Leistungen, die – sofern sie in der Modulbeschreibung vorgesehen sind – zwar von den Studierenden für den Abschluss des Moduls erbracht werden müssen, die aber im Fall des Nichtbestehens beliebig oft wiederholt werden können. Wenn Studienleistungen benotet werden (siehe die jeweilige Modulbeschreibung), geht die Note in die Modulendnote mit ein.
Über das Bachelor- und Masterstudium hinweg werden sowohl mündliche (Einzelprüfung, [Gruppen-]Präsentationen) als auch schriftliche Prüfungsleistungen (Klausur, Lerndiagnose, Videoanalyse, Portfolio) abverlangt, um die verschiedenen, mit diesen Prüfungsleistungen verknüpften Schlüsselqualifikationen, schulen zu können.



4.3 Praktika


Das Seminar für Didaktik des Sachunterrichts beteiligt sich an der Ausbildung der Studierenden im Orientierungspraktikum und im Berufsfeldpraktikum der Lehramtsausbildung im Bachelor für das Lehramt an Grundschulen.

Bei der Durchführung von praxisbezogenen Forschungsarbeiten in den Schulen werden die Studierenden von mit dem Seminar kooperierenden Lehrpersonen unterstützt. Die Kooperation erfolgt im Rahmen des Projekts "Integration von Theorie und Praxis".

Im sich anschließenden Masterstudiengang können sich die Studierenden im Praxissemester auch durch Veranstaltungen des Sachunterrichts begleiten lassen.



4.4 Sonstige Anforderungen


keine




5. Hinweise zur Studien- und Prüfungsordnung


Lupe Die Prüfungsordnung BA(G) finden Sie unter
http://zsb.uni-muenster.de/material/mPO_BA-G.htm.



6. Literaturhinweise


Es liegen keine Informationen vor




Impressum | © 2011 Universität Münster
Schlossplatz 5 · 48149 Münster
Tel.: +49 (0)251/83-2 23 57
· Fax: +49 (0)251/83-2 20 85
E-Mail: