Studieninfo zum Fach Internationale und Europäische Governance
Abschluss: Bachelor of Arts
Inhalt
- Portrait des Fachs
- Anforderungen an Studieninteressierte
- Berufs- und Tätigkeitsfelder
- Struktur und Aufbau des Studiums
- Hinweise zur Studien- und Prüfungsordnung
1. Portrait des Fachs
1.1 Geschichte und Methoden
Um der zunehmenden Integration in Europa Rechnung zu tragen und die Arbeitsmarktchancen der Studierenden zu verbessern, sind das Institut d´Études Politiques Lille und das Institut für Politikwissenschaft der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster vor etwa 13 Jahren übereingekommen, einen integrierten Studiengang einzurichten. Dieser hat als Doppeldiplomstudiengang zum Wintersemester 1999/2000 begonnen und wird inzwischen mit den Abschlüssen des deutschen Bachelors und Masters sowie des französischen Diploms fortgeführt.
Die zentrale Besonderheit des kombinierten BA-MA-Diplomstudiengangs "Internationale und Europäische Governance" liegt in der Fokussierung auf sowohl die globale als auch die europäische Perspektive bei der Bearbeitung von Fragen politischer Steuerung, sowie der gleichzeitigen Betonung politikwissenschaftlicher Ansätze, Theorien und Methoden.
Der inhaltliche Schwerpunkt des kombinierten BA-MA-Diplomstudiengangs Internationale und Europäische Governance liegt auf den Prozessen internationalen und europäischen Regierens. Ziel des Studiengangs ist es daher insbesondere, die Studierenden in die Lage zu versetzen, die Rolle Europas in der Welt angemessen rezipieren zu können.
1.2 Lehr- und Forschungsschwerpunkte
Neben fundierten Kenntnissen von Herausforderungen, Formen und Entwicklungen von Governance im politischen Mehrebenensystem erlangen die Studierenden Einblick in zwei Hochschulsysteme mit verschiedenen Lehr- und Forschungsschwerpunkten. Am IEP Lille ist das Studium durch Kurse in Geschichte, Jura, Wirtschaftswissenschaften, Soziologie und Politikwissenschaft relativ interdisziplinär angelegt. Während des Aufenthaltes an der WWU Münster wird dagegen die politikwissenschaftliche Perspektive vertieft und dazu auch das theoretische und methodische Handwerkszeug erlernt. Das Institut für Politikwissenschaft selbst hat sich entlang seiner Forschungsschwerpunkte "Regieren"; "Zivilgesellschaft und Demokratie" sowie "Globalisierung und Regionalisierung" aufgestellt, in die die Studierenden im Rahmen der inhaltlichen Seminare Einblicke erhalten können. Sowohl in Münster als auch in Lille haben die Studierenden in Fachsprachkursen die Möglichkeit, ihre Sprachkompetenz weiter auszubauen.
1.3 Studiensituation in Münster
Das Institut für Politikwissenschaft (IfPol) ist die drittgrößte Ausbildungsstätte für PolitikwissenschaftlerInnen in Deutschland. Nach einer umfassenden internen und externen Evaluierung 2008 hat sich das IfPol entlang seiner Forschungsschwerpunkte "Regieren"; "Zivilgesellschaft und Demokratie" sowie "Globalisierung und Regionalisierung" neu aufgestellt und reorganisiert.
Zentrales Element dieses Studiengangs ist das Studium an zwei Universitäten sowie der jährliche Wechsel zwischen den beiden Hochschulorten. Dementsprechend wird das erste und dritte Jahr am IEP in Lille sowie das zweite Jahr und vierte Jahr am IfPol in Münster absolviert, während im fünften Jahr eine Wahlmöglichkeit besteht.
Jedes Jahr werden ca. 40 Studierende aufgenommen, 20 in Lille und 20 in Münster. Diese Studierenden absolvieren die ersten vier Studienjahre im Kohortenprinzip, wodurch das bikulturelle Element des Studiengangs weiter betont wird.
2. Anforderungen an Studieninteressierte
Für den Bachelorstudiengang gilt die formale Zugangsvoraussetzung der Hochschulzugangsberechtigung (allgemeine Hochschulreife (Abitur) oder Äquivalentes). Es gilt die Regel, dass sich die KandidatInnen in dem Land bewerben, in dem sie ihre Hochschulzugangsberechtigung erworben haben. KandidatInnen, die weder in Deutschland noch in Frankreich ihre Hochschulzugangsberechtigung erworben haben, können sich in Münster oder Lille bewerben. Die Zulassung zum Studium setzt hinreichende Kenntnisse der beiden Sprachen (Deutsch und Französisch) sowie der Geschichte, Landeskunde und Politik der beiden Länder voraus.
Das Zulassungsverfahren in Münster ist folgendermaßen aufgebaut:
- schriftliche Bewerbung mit folgenden Unterlagen:
- Das Zeugnis der allgemeinen Hochschulreife oder einer sonstigen diesem Zeugnis als gleichwertig anerkannten Hochschulzugangsberechtigung oder das Baccalauréat. Sofern diese Zeugnisse zum Zeitpunkt der Bewerbung noch nicht vorliegen, die letzten beiden Halbjahreszeugnisse des Gymnasiums oder vergleichbarer Bildungseinrichtungen.
- Ein Essay von jeweils zwei Seiten, in deutscher und französischer Sprache, über die Gründe für die Bewerbung für den Studiengang und die Erwartungen, die mit der erfolgreichen Absolvierung des Studiengangs verknüpft werden (Motivationsschreiben).
- Ein tabellarischer Lebenslauf sowie eine Übersicht über den bisherigen Bildungsgang, Auslandsaufenthalte und Praktika (wenn möglich mit Zeugnissen).
- Die eingegangenen Bewerbungen werden entsprechend ihrer Qualifikationen sowie der Qualität des Motivationsschreibens auf einer Rangliste gereiht; es werden mindestens anderthalb mal so viele BewerberInnen zur weiteren mündlichen Prüfung nach Münster eingeladen wie Studienplätze zur Verfügung stehen.
- Am Tag des Bewerbungsgesprächs machen die BewerberInnen einen Sprachtest in der Nicht-Muttersprache (C-Test). Wird eine Mindestpunktzahl von 70 Punkten darin nicht erreicht, wird eine Verpflichtung der BewerberInnen zur Nachbesserung ihrer Sprachkompetenz schriftlich fixiert.
- Zudem finden an dem genannten Termin Auswahlgespräche vor einer Auswahlkommission, bestehend aus VertreterInnen des IEP und des IfPol, statt. Das Auswahlgespräch dauert pro Person etwa 20 Minuten und bezieht sich auf Themen aus Politik, Gesellschaft und Wirtschaft der V. Republik Frankreichs, der Europäischen Union sowie der deutsch-französischen Beziehungen. Es ist in zwei Teile geteilt: ein fünfminütiges Kurzreferat über eine vorzubereitende Prüfungsfrage und ein Prüfungsgespräch von 15-minütiger Dauer. Zur Vorbereitung des Kurzreferates wird den KandidatInnen eine Zeit von 20 Minuten gewährt.
- Auf Basis der mündlichen Prüfungen (nach den Kriterien Sachkenntnisse zur EU, Frankreich und den deutsch-französischen Beziehungen, Auslandserfahrung, Sprachkompetenz, persönliches Auftreten) wählt die Auswahlkommission 20 BewerberInnen aus, die einen Studienplatz zugesprochen bekommen. Die restlichen BewerberInnen werden auf einer Nachrückliste geführt.
3. Berufs- und Tätigkeitsfelder
Der von der WWU vergebene Master-Abschluss in Kombination mit dem Diplom-Abschluss des IEP Lille bietet die Möglichkeit, in den klassischen Berufsfeldern von PolitikwissenschaftlerInnen, dabei insbesondere im deutsch-französischen, europäischen und internationalen Kontext, einzusteigen. Dazu zählen: Mitarbeit in internationalen Organisationen (v.a. Europäische Union, Vereinte Nationen, NATO), im Auswärtigen Dienst und in der Politikberatung, als ReferentIn von Abgeordneten, Fraktionen und Parteien auf europäischer und nationaler Ebene sowie in den Feldern Journalismus, Öffentlichkeitsarbeit, Unternehmensberatung, ReferentInnentätigkeit in öffentlichen Verwaltungen, Verbänden und Stiftungen sowie nationalen und internationalen Nichtregierungsorganisationen und in der politischen Bildung.
4. Struktur und Aufbau des Studiums
4.1 Modulstrukturen
Nähere Informationen zum Aufbau des Studiengangs finden Sie online unter:
http://www.uni-muenster.de/IfPol/international/lille.html
4.2 Studienbegleitende Prüfungen
Neben Klausuren und mündlichen Prüfungen werden vor allem schriftliche Arbeiten verlangt, die sicherstellen sollen, dass die Studierenden das wissenschaftliche, methodische und technische Rüstzeug erlernen, um erfolgreiche Bachelor- und Masterarbeiten zu verfassen. Die prüfungsrelevanten Leistungen, die in aller Regel einzelne Modulabschlussprüfungen darstellen, zielen somit auf die direkte Anwendung des zuvor in den Veranstaltungen Gelernten, um so den Lernerfolg sicherzustellen. In der Prüfungsform Hausarbeit wird zudem die Bearbeitung mit den Methoden der empirischen Sozialforschung in schriftlicher Form gefördert.
Die Modulbeschreibungen regeln die Anforderungen an die Teilnahme bezüglich der einzelnen Lehrveranstaltungen. Sie definieren die innere Struktur der Module und legen für jede Lehrveranstaltung die Anzahl der in ihr zu erreichenden Leistungspunkte fest, die jeweils einem Arbeitsaufwand von 30 Stunden je ECTS-Punkt entsprechen.
Innerhalb jedes Moduls ist eine Studienleistung zu erbringen. Dies können insbesondere sein: Klausuren, Referate, Hausarbeiten, Praktika, (praktische) Übungen, mündliche Leistungsüberprüfungen, Vorträge oder Protokolle. Die genaue Leistung wird von der Veranstalterin/dem Veranstalter zu Beginn der Veranstaltung, innerhalb derer die Studienleistung zu erbringen ist, bekannt gemacht.
Eine Besonderheit in diesem Studiengang ist zudem das zum Ende des dritten Studienjahres in Lille stattfindende Grand Oral.
4.3 Praktika
Im ersten Jahr des Masters ist ein Praktikum vorgesehen. Hierdurch wird die Möglichkeit geboten, Praxiserfahrung zu sammeln und so zum Beispiel Einblicke in eine außeruniversitäre Forschungs- oder politische Beratungseinrichtung zu erhalten. Aufgrund des binationalen Charakters des Studiengangs absolvieren französische Studierende dieses Praktikum im deutschsprachigen Raum bei einer hauptsächlich deutschsprachigen Organisation und deutsche Studierende das Praktikum bei einer hauptsächlich französischsprachigen Organisation im französischsprachigen Umfeld. Auch möglich sind für beide Gruppen Praktika bei den Institutionen der Europäischen Union oder Internationalen Organisationen, aufgrund ihrer besonderen Relevanz für den Studiengang.
4.4 Sonstige Anforderungen
5. Hinweise zur Studien- und Prüfungsordnung
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Zu diesem Fach gibt es zur Zeit keine Prüfungsordnung oder Studienordnung. |


